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Der Dom Vor frue kirke Maria in Ribe

Der älteste Ort in Dänemark, der heute noch existiert und von Bedeutung ist, ist das etwa 8.000 Einwohner zählende Ribe, das nur ca. 50 Kilometer nördlich der deutsch-dänischen Grenze liegt. Gegründet wurde die Gemeinde im 8. Jahrhundert, und zwar von den Handel und Handwerk betreibenden Menschen, die sich in der Region niedergelassen haben, da sich hier wichtige Handelsstraßen kreuzten. Erste überregionale Bedeutung erlangte Ribe im Jahr 860, als der Missionar Ansgar von Bremen einen geeigneten Platz suchte, um auf skandinavischem Boden die erste christliche Kirche zu errichten. Und dabei fiel seine Wahl schließlich auf Ribe, was dem Ort schnell dabei half, auch in weiter entfernten Regionen bekannt zu werden. Der Dom Vor frue kirke Maria existiert heute noch – nach mehreren Renovierungen und Restaurationen – in etwa in der Form, wie er von Ansgar damals initiiert wurde.

Das bedeutet natürlich automatisch, dass der Dom zu Ribe die älteste Kirche in Dänemark ist, und zudem die einzige im ganzen Land, die über fünf Schiffe verfügt. Wohl nur die ersten Bauten dieser Kirche waren wie Ansgars erster Entwurf noch aus Holz, denn schon zwischen 1150 und 1250 wurde das Gotteshaus mit Stein gebaut. Die Stadt Ribe war aufgrund ihrer Lage an den Handelswegen und auch dank der eigenen entwickelten Wirtschaftskraft zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich reich, was dem Dom von Beginn an zu Prunk verholfen hat. Doch nur wenige Jahre später, nämlich 1293, stürzte der Kirchturm ein, er wurde durch den mit 52 Metern um elf Meter niedrigeren aktuellen Turm ersetzt. Dieser so genannte Bürgerturm (Borgertårnet) gilt heute als das Wahrzeichen der Stadt Ribe.

Mit dem Anbau der Kapellen im 14. und 15. Jahrhundert und dem daran anschließenden Umbau zu zwei äußeren Schiffen hat der Dom Vor frue kirke Maria dann bereits seine heutige Form erhalten. Sehr sehenswert in seinem Inneren sind das Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert (mit einer Taufschale aus Süddeutschland), das spätgotische Kalkgemälde (Maria mit Jesuskind) auf einem Pfeiler im Hauptschiff, die so genannte Katzenkopftür (mit dem tollen Relief aus Granit, das die Kreuzabnahme zeigt), die Apsis mit den Bildern aus Glas und Kalk von Carl Henning Pedersen, Kanzel von 1597 sowie die aus dem Jahr 1597 stammenden Figuren, die St. Jürgen im Kampf mit dem Drachen zeigen. Auch das hoch oben thronende Orgelprospekt von 1634/35 ist toll anzusehen. Und auch der Ort Ribe selbst bietet Anlässe genug für einen etwas ausführlicheren Rundgang.

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