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Sonderborg in Dänemark

Sonderborg - Dänisch-deutsche Geschichte auf der Insel Als

Hafenstrasse in Sonderborg Direkt an der Flensburger Förde, nicht weit entfernt von der deutschen Grenze, liegt Sønderborg. Nach einer Gebietsreform 2007, bei der umliegende Städte und Dörfer eingemeindet wurden, stieg die Einwohnerzahl von 30.000 mit einem Sprung auf über 76.000 Einwohner, was Sønderborg zu einer der größten Städte Dänemarks machte, die weniger als 100.000 Einwohner zählt. Die Gründung der Stadt datiert wahrscheinlich auf das Jahr 1256. Besonders reizvoll ist die Lage Sønderborgs, dessen Altstadt auf der Insel Als liegt. Im Norden der Stadt liegt der Augustenborgfjord, dessen langgestreckter Arm bis tief in die Insel hineinragt.

Sønderborg erhielt spätestens im 15. Jahrhundert bereits die Stadtrechte, hatte damals aber noch keinen wesentlichen Einfluss auf das Königreich Dänemark. Windmühle in Sonderborg Das blieb lange Zeit so, da die benachbarten größeren Städte wie Flensburg bereits Drehscheiben des Handels waren und Sønderborg somit keine große Rolle spielte – auch, weil hier in erster Linie Adlige und Kirchenobere residierten, denen ein Großteil des Landes gehörte. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich einige Industriebetriebe in der Stadt nieder, doch war Sønderborg weiterhin nicht besonders attraktiv als Wohnort, da sich die Fehden und Auseinandersetzungen zwischen gleichzeitig hier lebenden Dänen und Deutschen zuspitzten. Im Schleswig-Holsteinischen Krieg 1848 bis 1850 war die Gemeinde durch die hier stationierten dänischen Soldaten gut beschützt, während im Deutsch-Dänischen Krieg im Jahr 1864 preußische Truppen durch die Bombardierung Sønderborgs weite Teile der Stadt zerstörten. Bis 1920 gehörte Sønderborg dann dem Deutschen Reich an. Noch heute gibt es in der Kommune eine große deutschsprachige Gemeinde.

Das Thema, das Sønderborg, die Region (auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg auf deutscher Seite gehören zu dem grenzüberschreitenden Projekt dazu) und die dort lebenden Menschen derzeit am meisten bewegt, ist die angelaufene Bewerbung der Stadt als europäische Kulturhauptstadt für das Jahr 2017. 2012 wird das dänische Kultusministerium entscheiden, welche dänische Stadt den Titel bekommen wird.

Sønderborg ist jedoch auch so einen Besuch wert. Zahlreiche alte Bauten haben zwar die erwähnten Kriege nicht überlebt. Nur das Schloss von Sønderborg, erbaut 1170 und heute ein Museum mit historischen Exponaten und einer Sammlung jütländischer Kunst, stammt aus der Gründungszeit der Stadt. Die Altstadt rund um das Rathaus und bis hin zum Schloss ist dennoch sehr sehenswert, und auch die Promenade am Stadthafen lädt zum Spaziergang ein. Historischer Schauplatz ist der nur ein paar Minuten lange Fußweg vom Zentrum zu den Düppeler Schanzen, wo 1864 Kämpfe zwischen Dänen und Deutschen stattgefunden haben und wo heute ein Museum steht. Die preußische Armee soll Sønderborg damals von hier aus mit schwerem Geschütz beschossen haben. Im Zentrum und der nordöstlichen Umgebung davon gibt es zudem viele sehenswerte Gebäude, die im Jugendstil errichtet worden sind.

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